von me | 24. Juli 2010 - 11:30 Uhr - Veröffentlicht in Welt-Geschichten, freigeld.org

Ich glaube seit Bestehen des Blogs hab ich noch nie so wenig dafür getan und geschrieben wie in diesem Monat. Das mag natürlich auch an den teils abartigen Temperaturen liegen und daran, dass meine Netzverbindung im Moment ein bisschen rumzickt. Doch mehr als das fehlt mir im Moment einfach die richtige Idee wie wir weitermachen sollen. Schließlich gibt es zigtausende Blogs allein in Deutschland und Abermillionen weltweit – Menschen lieben es einfach, ihre geistigen Befindlichkeiten in die Welt hinauszuspeien.

Nun ja, wie man sieht, ist das auch eine Aufgabe dieses Blogs. Wobei es mir persönlich in erster Linie darum geht, die Freigeld-Idee und die damit in Zusammenhang stehenden Dinge, insbesondere das PAL-Projekt, zu propagieren, dokumentieren, erklären. Das ist wohl auch der Hauptgrund warum ich immer wieder gegen die Linke stichele, weil ich einfach nicht kapiere, wie man sich auf Gedeih und Verderb an unplausible, utopische Ideen klammern kann.

Allerdings gehen mir leider inzwischen selbst die Ideen aus wie es weitergehen soll. Schließlich will ich nicht jeden zweiten Tag einen zermürbenden Artikel schreiben in dem in abgewandelter Form dasselbe drinsteht, was ich in den gefühlt hundert Artikeln davor auch schon gesagt hab. Es hat sich jedenfalls nicht dahingehend entwickelt, dass sich überhaupt etwas entwickelt hat. Klar, die Leuten, mit denen ich über den ganzen Käse reden, die finden das Alle irgendwie gut und so und ist schon richtig und so und ja, hat was und so und so. Womit allerdings weder etwas gesagt oder getan noch irgendetwas gewonnen ist.

Am Ende interessieren sich wieder nur jene für dieses ganze langweilige Gelaber, die sich ohnehin dafür interessieren. Und es machen genau die Leute mit, die sowieso von sich aus etwas tun. Und der große Rest langweilige Rest sitzt immer noch zu Hause und meckert oder stöhnt über Klimawandel, Sozialreform und das Bohrloch von BP.

Und dann denke ich mir, vielleicht bin ich ja der Schwachkopf. Der Sozialutopist. Der den Linken ihr verqueres Menschenbild vorhält, das sich in der Realität nicht mal ansatzweise wieder findet. Und selbst davon überzeugt ist, dass die Menschen grundsätzlich bereit sind etwas zu verändern, auch wenn es ihnen selbst etwas abverlangt. Mehr tun wollen als bloß alles zu tun, um nur ja in Ruhe gelassen zu werden.

Keine Ahnung, was diese Welt aus uns gemacht hat.

von me | 18. Juli 2010 - 10:04 Uhr - Veröffentlicht in Alles wird Gut, Die Unmoralische, Welt-Geschichten

Matt Harding ist um die Welt gereist und hat sich dabei gefilmt wie er “schlecht” tanzt. Und die ganze Welt ist ihm gefolgt. Manchmal können große Dinge so einfach sein.

von me | 13. Juli 2010 - 3:19 Uhr - Veröffentlicht in Die Unmoralische, Kniffe des Lebens, Welt-Geschichten

Nachdem das sportliche Großereignis des Jahres nun zu Ende ist und auch hier ab und an und überall sonst zur Genüge besprochen worden ist, zum Abschluss noch ein paar sportliche Anekdoten, die die Nicht-Sport-Liebhabern unter uns die zurückliegenden Wochen vielleicht ein bisschen entschädigen. Hoffe ich zumindest.

Da gab es bspw. eine gewisse Rosie Ruiz, Boston-Marathon-Gewinnerin von 1980. Die nur die letzten 800 Meter bis zur Ziellinie mitgelaufen war – was offenbar niemand bemerkt hatte. Für den Marathon hatte sie sich übrigens überhaupt erst durch ihre beeindruckende Teilnahme beim New-York-Marathon qualifiziert, wo sie – scheinbar unbemerkt – einfacherweise und praktischerdings mit der U-Bahn gefahren war. Verständlicherweise änderten sich danach die Kontrollmechanismen dieses Sports, bei dem spätestens geschummelt wird seit Frederick Lorz bei der Olympiade 1904 18 Kilometer mit dem Auto fuhr.

Andere waren etwas geschäftiger als Rosie, jedoch nicht minder clever: etwa der Fechter Boris Onischenko, der bei der Olympiade 1976 in Montreal seinen Degen so geschickt verkabelte, dass der das elektronische Zählsystem nach Belieben manipulieren konnte. Also, da muss man erst mal drauf gekommen sein.

Oder William Webb Ellis, der beim Fußballspiel seiner Schule – der Rugby-School in England – den Ball einfach regelwidrig in die Hand nahm und Richtung gegnerischen Tors lief. Weshalb er bei einigen als Erfinder des Rugby-Sports gilt. Was zwar allgemein angezweifelt wird. Und dennoch Ellis in dieser Sportart fast mythische Bedeutung verleiht und ihn zum Namensgeber des Webb Ellis Cup macht, den der Sieger der Rugby-Union-Weltmeisterschaft bekommt.

Oder die Spanische Basketball-Nationalmannschaft der geistig Behinderten, die im Jahr 2000 paralympisches Gold holte. Und sich später herausstellte, dass 20 der 12 Spieler überhaupt nicht – also: nicht im Mindesten – geistig behindert waren. Hat man da noch Töne? Noch dazu, dass seit diesem Vorfall geistig behinderte Menschen generell (d. h. zumindest 2004 in Athen und 2008 in Peking) von den Paralympics ausgeschlossen wurden.

Schließlich die  polnisch-US-amerikanische Leichtathletin Stella Walsh, die in ihrem Leben 20 Weltrekorde aufstellte und 1932 die Goldmedaille über 100 Meter Sprint gewann. Und sich dann nach ihrem Tod bei der Autopsie herausstellte, dass die gute Frau unter Mosaizismus litt, einer seltenen genetischen Erkrankung, durch die männliche Genitalien und Chromosomen beider Geschlechter gebildet werden.

Wahrscheinlich hatte der von mir nicht gerade verehrte Berthold Brecht mal wieder Recht, als er sagte: “Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.”

Musik nervt ein bisschen, aber ist echt lustig. Besonders Platz 5!

:D

von me | 11. Juli 2010 - 17:14 Uhr - Veröffentlicht in Alles wird Gut, Welt-Geschichten

Mann, ich war ganz schön deprimiert als die Deutsche Elf trotz dieser überragend gespielten WM verdient gegen Spanien ausgeschieden ist. Und in meiner ersten Niedergeschlagenheit wollte ich einen Blog schreiben mit dem Titel: “Wir hätten es nicht verdient.” Weil sich die Deutsche Mannschaft dem Gegner gegenüber viel zu demütig, fast ängstlich gezeigt hat. Und ich der Nationalmannschaft den Finaleinzug trotz des Sieges über Argentinien irgendwie doch nicht so ganz zugetraut habe wie sie sich offenbar auch selbst nicht.

“Eine Nationalmannschaft spielt so, wie die Mentalität des jeweiligen Landes ist.”, bestätigt DFB-Chefscout Urs Siegenthaler im Spiegel-Online-Interview kurz vor dem Spanien-Spiel. Eine Behauptung, an die ich nach dem Spiel immer wieder denken musste. Weil ich das Gefühl hatte, dass die deutsche Elf ihrem Spiel nach uns allen vor Augen führte, dass wir uns – als Volk – den großen Wurf am Ende doch nicht zutrauen.

Wir. Die Deutschen, ha! Ein Volk, das immer noch seine Identität auszuloten versucht zwischen Linken, die sich jedweder Nationalitätssymbolik bis ins Groteske hinein verwehren. Und Nazi-Idioten, die den gegnerischen Mannschaften die Daumen drücken, weil ihnen unsere Elf zu Multi-Kulti ist. Und in der Mitte der große Rest, der nach einem Tor für Deutschland in der Vorrunde gleich FINALE!!! brüllt. Oder der Mannschaft von vornherein nichts zutraut und  jedes gewonnene Spiel misstrauisch und argwöhnisch auseinander pflückt – von wegen: der Gegner, der ohnehin kein richtiger Gegner war, hatte auch noch nen schlechten Tag und so.

Naja, das wollte ich schreiben, weil ich irgendwie enttäuscht war. Von uns. Als Volk. Als Menschen. Typus. Undankbar. Madig machend. Mutlos. Und ich wollte das noch schreiben als nach dem Spiel um Platz 3, auch wenn es am Ende spannender wurde als gedacht. Platz 3 reichte mir irgendwie nicht. Mir Deutschem, ich.

Und dann hat mir n Kumpel mal vor den Latz geknallt, dass Platz 3 kein Ergebnis einer Weltmeisterschaft ist, vor dem man sich verstecken muss. Und dass ich mal die Franzosen, Amerikaner oder Italiener fragen sollte, ob die mit einem dritten Platz zufrieden sind. Und dann hab ich mir die heutige Pressekonferenz angesehen, und der von mir irgendwie misstrauisch und argwöhnisch auseinander gepflückte Bundespräsident Christian Wulff hat ein paar fulminante Worte gesagt, die eines Staatsoberhaupts wirklich würdig waren. Und auch die anderen – Bundestrainer, DFB-Präsident, die beiden Kapitäne – haben wirklich gut bebrüllt, ehrlich.

Ich weiß nicht, was genau ich glaube gesehen zu haben, was sich verändert hat, was diese Pressekonferenz von anderen Pressekonferenzen unterschieden haben mag. Aber irgendwie hat mich das Ergebnis des Turniers und das ganze Drumherum am Ende doch zufrieden gestimmt. Irgendetwas hat sich verändert. Irgendwie sind wir – als Volk – irgendwo angekommen. Oder dabei irgendwo anzukommen. Und vielleicht geht das nicht nur uns so.

Es ändert sich schließlich nicht. Bis es sich ändert.

von me | 7. Juli 2010 - 18:09 Uhr - Veröffentlicht in Welt-Geschichten

Ich weiß nicht, ob der gestern verstorbene Fritz Teufel ein bedeutender Mensch gewesen ist, und ich kenne auch zu wenig über sein Leben, um das bewerten zu können. Allerdings schien er eine gehörige Portion Humor gehabt zu haben – der den Linken ja ansonsten eher fremd ist.

Darum, ein Salut auf den Mann, der den Schneid besessen hat, den damaligen Bundesfinanzminister Hans Matthöfer im Fernsehen mit einer Wasserpistole voll mit Zaubertinte zu spritzen.

von Bibi Blogs | - 9:30 Uhr - Veröffentlicht in Alles wird Gut, Welt-Geschichten

Die letzte Nacht hab ich freiwillig auf Autobahnen und Landstraßen verbracht. Meine Angst beim Einsteigen in mein Auto galt eigentlich nur dem Sekundenschlaf.

Mit Kaffee hatte ich vorgesorgt und dann noch mit mir selber ausgemacht, dass, wenn ich zu müde werde, ich einfach die Fenster runterlasse und mich von allen Seiten schockfroste. Ansonsten – und das hilft immer -  den Innenraum des Mundes zerbeißen, das hatte ich früher schon öfter gemacht und es war meist ganz nützlich.

Ich fuhr also durch die Länder und Auen unseres schönen Landes und um mich herum nur Dunkelheit, ein paar Sterne, aber null-komma-null Mond in Sicht. Schon merkte ich, wie die Müdigkeit in meine Augenlider Einzug hielt. Und gerade als ich das Fenster aufmachen will, plötzlich zack ein Reh – aus dem Nichts und nur ein paar gefühlte Millimeter von meinem rechten Kotflügel entfernt. Ich natürlich ohne zu überlegen in die Eisen und auf die Gegenfahrbahn rüber.

So das saß: hellwach und völlig verstört fuhr ich weiter, kam aber nicht weit, denn in den kommenden 60 Minuten hätte ich fast 2 weitere Rehe, drei Marder (keine Gruppe, nee, wirklich einzeln) und – last but not least – eine ganze Entenfamilie überfahren. Ohne Witz. Und eben nur fast.

Ich hatte das Gefühl eines klopfenden Herzschrittmachers in meiner linken Brust als ich 2 Stunden später ohne Beißen und Schockgefroste an meinem Ziel ankam. Doch als ich dann auf dem Parkplatz meines Hotels stand, blieb ich noch ein paar Minuten im Auto sitzen und dachte über die Tiere nach, die mir vielleicht heute Nacht das Leben gerettet hatten.

von me | 5. Juli 2010 - 12:34 Uhr - Veröffentlicht in Die Unmoralische

Weil es so schön war, und ich es immer mal wieder nicht so richtig glauben kann, und es ja beim letzten Mal für das nächste Spiel auch nicht geschadet hat.

PS: Dafür ist der Begriff Nassmachen erfunden worden… :p

von me | - 11:04 Uhr - Veröffentlicht in Alles wird Gut, freigeld.org

Fragt Ihr Euch nicht manchmal auch, warum Menschen anderen Menschen helfen? Tun sie es, weil sie sich selbst dabei gut fühlen wollen? Oder in den Vordergrund spielen? Oder womöglich wirklich, weil sie ein Interesse daran haben, anderen zu helfen? Es ist eine müßige Diskussion, die wohl schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten geführt wird und am Ende immer zu der Frage führt, ob Altruismus nicht in Wirklichkeit eine andere Form des Egoismus ist.

Und – um die Sache noch ein wenig banaler zu machen – am Ende ist es wohl hauptsächlich eine Typfrage. Und obendrein situationsabhängig. Da mag es die Mutter-Theresa-Typen geben, die sich aufopfern für das Wohl der Welt (wenn sie es nicht nur tun, um am Ende in ihren Himmel zu kommen…), da mag es die Verschlagenen, die Doppelzüngigen, Opportunen geben, die aus reiner Berechnung handeln, manipulieren, lügen, allein für ihre eigenen Zecke (wenn sie nicht am Ende trotz allem und sogar ungewollt einem höheren Zweck dienen – siehe Judas Ischariot). Und der wohl überwiegende Rest. Der, zu der ein- oder anderen Seite tendierend, in der Grauzone des menschlichen Miteinanders herumkrebst und – kaspert.

Mann, Mann, Mann, denken sich jetzt schon die Ersten. Geht das schon wieder los? Was soll denn immer dieses ganze Geblubber und Geseier? Kommste jetzt endlich zum Punkt oder was? Naja, vielleicht ist das schon der Punkt. Denn ich frage mich das ernsthaft, was meine Person angeht, mich persönlich, warum ich das PAL-Projekt überhaupt mitmache. Aus Gutmenschentum? Oder Berechnung?

Eins steht jedenfalls fest: Ich bin definitiv kein Baumknutscher. Setz mich nicht teetrinkend hin und debattiere in Rentier-Pulli-Zirkeln über den Weltfrieden und die Schönheit der inneren Werte. Ich halte Krieg nicht unbedingt für vermeidbar. Schon allein, weil ich weiß, dass es – salopp gesagt – böse oder: schlechte Menschen auf der Welt gibt. Die mit Hippie-Gequatsche nicht anfangen können. Und manchmal nur Härte als Sprache verstehen.
Totschlag-Argument in diesem Zusammenhang: Was hat die Appeasement-Politik von Chamberlain & Co. gegenüber Nazi-Deutschland bewirkt? Und: soll man tatenlos zusehen wie die Schornsteine in Auschwitz rauchen oder die Taliban die afghanische Bevölkerung terrorisiert, nur weil man nicht will, dass (die eigenen)  Soldaten zu Mördern werden? Naja, vielleicht hilft ja auch gutes Zureden. Vielleicht wäre ja alles anders gekommen, wenn die Stewardessen der WTC-Maschinen mit den Entführern eine Tasse Tee getrunken und sie besänftigt hätten.

Quakeldiquakeldiquak. Um zum Thema zurückzukommen: ich bin jedenfalls kein Linker. Bin ich noch nie gewesen. So viel steht mal fest. Und ebenso wenig wie ich das bin oder Wert lege auf halbgescheite Diskussionen mit langhaarigen Halbgescheiterten, will ich das PAL-Projekt als ehrenamtliches Projekt verstanden wissen. Und wehre mich entschieden, wenn nur der Begriff fällt. Ich halte das PAL-Projekt für kein Ehrenamtliches Projekt. Es soll kein Projekt sein für Gutmenschen, die sich verwirklicht sehen wollen – aus welchem Grund auch immer. Ich verstehe das Projekt als Grundlage, um ein komplementäres Wirtschaftssystem zu etablieren. Und erstmal nichts anderes.

Es geht um die Schaffung einer Struktur, mit der Dienstleistungen unabhängig von der zinsverseuchten Euro-Währung verrechnet werden können. Und ich glaube, dass es am ehesten möglich ist, andere für ein solches Projekt zu begeistern, wenn man selbstlos (!) einfach etwas für Andere tut. Und bin mir der Ironie des gerade Gesagten vollkommen im Klaren. Ich möchte das nur klarstellen, bevor ich jetzt versuche, in drei (Ab-)Sätzen den Kern der seit Miss Me Toos Kommentar angestellten Überlegungen zusammenzufassen.

1. Es bleibt das fiskalische Problem: Kurz gesagt ist die Leistung, die man im Rahmen das PAL-Projektes erbringt, eine Leistung, für die normalerweise Rechnungen gestellt werden, Umsatzsteuer gezahlt werden muss und, und, und. Entsprechend steht der Vorwurf der Schwarzarbeit im Raum. Was einer längerfristigen Klärung bedarf und ich hier im Moment noch immer nicht weiter ausführen kann. Momentan ist es wichtig, dass wir uns nicht in einer Art Verein organisieren, sondern jeder erst einmal für sich guckt, wo er helfen kann und wie. Der Rest wird sich über die Zeit finden, hoffentlich noch in diesem Jahr. Wir arbeiten dran.

2. Durch die geleisteten Stunden für das PAL-Projekt wird de facto Geld geschaffen. Das funktioniert ganz einfach. Im Moment machen wir das so, dass wir diesen Vordruck den Ansprechpartnern des Pflegeheims geben – in unserem Fall die Verwaltungsmitarbeiter – und diese Namen, Tag und geleistete Stunden notieren und schließlich quittieren. Das reicht für den Anfang. Was später mit diesen Zetteln geschieht – später. Wichtig dabei ist nur, dass es sich um eine Organisation und nicht um eine Einzelperson handelt. Damit nicht irgendwann der Vorwurf im Raum steht, dass zwei Leute Geld schöpfen, indem sie sich gegenseitig Stunden bescheinigen. Auch wenn das im Moment noch keine Rolle spielt. Dieser Punkt ist immens wichtig.

3. Ich habe lange überlegt, wie wir mit den Leuten aus dem Fischer-Projekt verfahren. Den zu betreuenden Einzelfällen, die unter 2. explizit ausgeschlossen sind. Vielleicht fällt uns dazu später noch eine bessere Lösung ein, aber im Moment ist es wohl das Sinnvollste, diese Leute als Zugewinn für das gesamte Projekt zu betrachten.
Ein Beispiel: wir haben in der letzten Woche einer Frau ein paar Schränke abgeholt, die das nicht selbst konnte. Natürlich können wir nicht hingehen und uns das bescheinigen lassen. Sonst haben wir am Ende tausend Zettel, von Vätern, die ihren Söhnen bescheinigt haben, ihr Auto gewaschen zu haben. Oder den Rasen gemäht. Oder die Oma besucht.
Doch die Frau hat uns angeboten, etwas für uns zu tun (hier geht es schon in Sachen Tauschring), zum Bespiel Behördenschreiben erledigen, falls so etwas ansteht, und das wird es bestimmt auf kurz oder lang. So haben wir die Schränke zwar umsonst geschleppt. Aber womöglich eine Unterstützerin hinzugewonnen. Und das ist doch auch was.

Abschließend möchte ich noch eine Sache sagen: Auch wenn ich den ganzen Rotz hier mache, weil ich die Hoffnung habe, dass uns das Allen weiterhelfen wird. Für die Zukunft. Und das irgendwie ein ziemlich egoistischer Wunsch ist. Kann ich Euch aus eigener Erfahrung sagen, dass es ein erhebendes Gefühl ist, anderen Menschen zu helfen. Zu sehen wie sie sich freuen. Wie man etwas bewegt. Wie sich etwas bewegt. Das, das kann ich Euch versichern, macht echt glücklich. Auch wenn Glücklichsein doch irgendwie schon wieder ziemlich eigennützig ist.

von me | 4. Juli 2010 - 20:45 Uhr - Veröffentlicht in Die Unmoralische

von me | 2. Juli 2010 - 20:03 Uhr - Veröffentlicht in Politik und so

Danke, Leela, für die trotzige Antwort. Leider habe ich im Moment nicht wirklich Zeit, mich angemessen um diesen Blog zu kümmern. Und eigentlich müsste ich eine Antwort auf die hilfreichen Kommentare von Miss Me Too verfassen. Doch eine hitzige (d. h. in diesem Fall bei mehr als 30° C) geführte politische Grundsatzdiskussion können wir so kurz vor dem Wochenende, glaube ich, ruhig mal dazwischen schieben. Schließlich bleibt so wie es aussieht noch ein paar Tage Zeit, die Welt zu retten und die Dimensionen des PAL-Projektes und allem was dazugehört zu durchmessen.

Aber kommen wir nach dem für meine Verhältnisse recht knapp gehaltenen Intros zu Leelas Anmerkungen zu meinem in völliger Frustration über den Ausgang der Bundespräsidentenwahl verfassten Artikel. Mal sehen. Zunächst einmal: Leela hat natürlich vollkommen Recht, es ist nicht fair eine als links bezeichnete politische Ausrichtung generell zu verteufeln oder lächerlich zu machen. Nicht zuletzt weil sich im linken (wie auch im rechten oder konservativen) Spektrum alle möglichen Strömungen finden werden, von radikal bis gemäßigt oder sogar liberal: Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten, Trotzkisten, Stalinisten, Leninisten, Maoisten, Anarchisten. Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr. Hippies zum Beispiel. Denn auch wenn die keine eigene politische Kaste sind, würde ich die rein gefühlsmäßig ziemlich links verorten. Und dass – wieder in Bezugnahme auf Leelas Artikel – die radikalen Kräfte meistens die größten Krakeeler sind, während sich die Gemäßigten lieber beschaulich in Hinterzimmern versammeln – gekauft.

Der Witz nun ist, dass mir das vollkommen schnuppe ist. Denn ich persönlich unterteile die Welt gar nicht in links und rechts. Das tun nur die nur selbst. Die Linken. Die Konservativen. Und die restlichen Langweiler ihrer sterbenden Welt. Und das soll jetzt weder generös klingen noch arrogant. Sondern bloß (und hoffentlich) vernünftig.

Ich glaube nämlich, dass die Einteilung der Welt in links und rechts schlicht zu kurz greift. Dass es weder Sinn macht in den ollen Werken von Marx zu kramen, ebenso wenig wie man Adam Smith´ Erkenntnisse über die unsichtbare Hand als Geniestreich feiern sollte. Oder den Keynesanismus zum Dogma erklären. Oder behaupten, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt. Und dass es sich nicht lohnt für die Rechte der Menschen in Afghanistan notfalls auch mit der Waffe einzustehen.

Und bevor jetzt die ersten Linken reflexhaft aufspringen und schreien: Kein Blut für Öl! und: Soldaten sind Mörder! komme ich schnell zum eigentlichen Thema dieses Artikels zurück, in dem ich schlicht sagen will, dass es einzig und allein um Problemlösungen geht. Und um nichts anderes. Und dabei ist es völlig gleich aus welchem Lager und von wem die Lösung für die mannigfaltigen Probleme dieser Welt kommen. Solange sie funktionieren. Und bei der Entscheidung, ob inwiefern was funktioniert stehen einem Weltbilder und Ideologien nur im Weg – wie ich in zwei ziemlich sperrigen Artikeln Ende letzten Jahres versucht habe dazulegen.

Dieses Denken in Kategorien wie links und rechts ist für mich Altes Denken und ich habe die Erfahrung gemacht, dass von diesem alten Denken auch hauptsächlich alte Leute befallen sind. Und die Jüngeren unter uns um einiges flexibler sind in ihren Ansichten als die Ansichten dieser Betonköpfe wie Lafontaine, Gysi und Wagenknecht. Oder andersrum Koch, Westerwelle oder ein paar hundert Namenlosen der CSU. Entsprechend ist ja auch die Wahl gelaufen: Die Linke hat sich gesperrt, weil sie wieder mal beleidigt war, dass man sie (zu Unrecht) einfach übergangen hat. Ebenso wie Merkel & Co. vor dem letzten Wahlgang wenig überraschend die Angst vor der kommunistischen Gefahr wieder aus der Kiste gekramt haben: Dass die Politik nicht wieder Spielball der Linken werden darf (Seehofer), und dass die… Gähn. Und so weiter und so Schnarch.

Ich glaube, das heißt, ich bin mir sicher, dass die Leute, die diesen Blog lesen, eher linksgerichtet sind. Der Name dizrespect allein eignet sich wohl kaum als Überschrift für ein Projekt der christlichen Rechten. Und ich sympathisiere ja auch gelegentlich mit einigen linksgerichteten Ideen, mir gefällt vor allem der Wunsch, bisweilen sogar der Drang vieler Linker, etwas verändern zu wollen. Das kann man von Konserven nicht erwarten.

Doch der Willen zur Veränderung fällt den Linken genauso schwer wie den Konservativen. Wie allen Menschen. Weshalb sich die Linke auch so schwer tut, endlich den ollen Marx und den Massenmörder Lenin zu Grabe zu tragen. Das was die Linken verändern wollen ist eine diffuse Sache, die sie recht nebulös wahlweise als den Staat, das System, den Bullenstaat oder das Schweinesystem bezeichnen. Ein echtes Konzept ist außer frommen Wünschen nicht zu erkennen – was die Konservativen fast automatisch in Vorteil bringt. Und wenn die Linken dann doch mal an die Macht kommen, wandeln sich die “Andersdenkenden” schneller als man gucken kann entweder zu Despoten (Chavez), Blutsäufern (Lenin) oder gern auch willfährigen Dienern des “Systems” (so etwa der von Linken und SPD regierte Berliner Senat). Weil die Linken sich aus irgendeinem Grund scheuen, ernsthaft Verantwortung zu übernehmen. Und sich lieber in der Rolle der Mahner und Gegner gefallen, die am Ende schon vorher alles gewusst haben.

Laber, laber, laber. Wahrscheinlich sind die zwei oder drei, die es bis hierhin geschafft haben, unterwegs schon dreimal weggedöst. Naja. Kommen wir also zum Ende. Am Ende nämlich brauchen wir sie Alle. Links, Rechts, Liberal. Wen juckts? Wir brauchen sie Alle. Wir brauchen Euch Alle. Eure Ideen. Euren Willen. Euer Zugepacke. Sche!$segal wer Ihr seid. Oder wir sind. Und aus welchem Loch wir gekrochen kommen.